Dasch der Ort für dä Saich won em Tülli halt grad eso in Sinn kunnt

09 Februar 2006

Presentation Day

Heute war's also soweit in "Lobbying Congress": zuerst in Stunde 1 unsere sensationelle Super Bowl Show über Term Limits (CD erhalte ich dann voraussichtlich Montag - y'all be able to see at least our presentation and tell me how this is soooooo not funny), anschliessend in Stunde 2 meine kurze Sequenz über das politische System der Schweiz.

Nachdem ja die feuchte Videoaufnahme-Veranstaltung am Dienstag im vollen Tenu (HemdAnzugKrawatte) zu bestreiten war hatten wir uns auf ein ähnliches "Moderatoren-Outfit" geeinigt: Jeans und eben oben das ganze Programm. Also das mittlerweile trockene Hemd trotzdem der Hoffnung halber in den Tumbler geschmissen. Sah zwar immer noch aus wie wenn es eine Kuh stundenlang wiedergekaut hätte, aber das passt ja irgendwie zumindest zu Presentation No. 2.
In der Pause dann zum wiederholten Mal jemand der uns zum Speed-Dating-Sanford-School-of-Public-Policy-Fundraising-Event überreden will. Ich halte entscheidungsfreudig and meiner "no way" Haltung fest und sorge so zumindest für Klarheit, während beim Rest das heitere "wenn-du-dann-ich-auch" Herdenverhalten einsetzt. Süss. Schliesslich steht die arme Frau etwa 15 Minuten herum und verschwendet ihre Zeit, während die Herren halbherzig debattieren und herumdrucksen. Die Werberin (scheinbar brauchte man noch 3 männliche Wesen umd das Ding zu "füllen") seufzt dann kurz: "I'm learning so much on men doing this" - klar, wir sind doch eigentlich relativ einfach gestrickt, verglichen mit der Gegenseite, ist also keine abenfüllende Veranstaltung. In der Zwischenzeit hat irgendein Windstoss etwas gegen mich und weht den (halbwegs..) leeren Pappteller, auf welchem Mattias seine Hackfleischfüllung für die Tacos hatte auf meinen Anzug. Thx.
Der Vortrag läuft dann wirklich gut, auch wenn mir meine Videosequenz vor lauter "I mean, in the end, I mean, in the end etc. und wait, I gotta check my game plan real quick" mittlerweile echt zum Hals heraushängt. Den Leuten gefällts jedenfalls und auch Prof. Ted meint "very good". Nach einigen Fragen meldet sich dann eine sichtlich geschockte Dame (what else?!) zu Wort, stellt zuerst eine seriöse Frage und meint dann: "Aber sag mal, wusstest du eigentlich, dass die dir den ganzen Kübel Wasser überleeren würden?!". Fo shizzle! I'm the toughest guy around, aight?!
Auch Runde 2 läuft glatt und mein Schweden-Switzerland-Gag mit dem imaginären Praktikant, welcher auf Folie 1 die Länder bzw. ihre Klischees verwechselt hat wird von den eigentlich "Angesprochenen" wohlwollend-belustigt quittiert. Anschliessend stellt man sich im Panel mit den Vertretern von "Ukraine", "Brasilien" und "Indien" den interessierten Fragen der 55 anderen Studis. Frage 1 natürlich an mich - Gruppenmitglieder zählen doch auch, nicht? Zum Abschluss dann Frage 2 von Haynes, dem Einzigen der mit mir in 2 Kursen ist: "Also ich weiss nicht ob das noch so ist, aber so vor 8 Jahren oder so war's doch bei euch so, dass man in der Wirtschaft nur etwas werden konnte, wenn man auch im Militär Karriere gemacht hat". Leicht belustigt (aber man kann ihm ja schlecht sagen, dass die 8 Jahre wohl etwas kurz gegriffen sind und immerhin schon sehr respektabel das zu wissen) erzähle ich darauf, dass man halt immer die Bachelis weitermachen lässt: früher weil sie richtig hiessen, heute weil alle Vernünftigen eine gescheite Ausrede parat haben. Nach weiteren Ausführungen meinerseits über gewisse Abschaffungstendenzen und den Charakter des Militärs als Subventionsvehikel für Randregionen und deren Beizen ist dieser intensive Unitag dann zu Ende und die Klasse wohl massiv gescheiter.
Beim Zurückgehen dann wohlwollende Kommentare ("a new star is born", "great job, man") und verbales bis richtiges Schulterklopfen der mir einigermassen bekannten Leute. Mein netter Sitznachbar Steven will dann wissen wie oft ich mir denn den verkörperten Footballkommentator Terry Bradshow angeschaut habe. Ich entgegne, dass meine Suche nach Videos nicht gefruchtet habe und ich deshalb halt "einfach mal so gemacht" habe. Okay, aber wer hat mir denn erklärt, wie das spezifische "mit dem Stift fuchteln" geht. Öhm, niemand, war mir gar nicht bewusst - aber umso besser. Er meint dann ich sei ein "natural actor" und vielleicht liegt er da gar nicht so falsch. Da läuft euch schon good ol' Prof. Ted die Treppe hoch. Sein Zeigefinger trifft mich. Da passiert es. Der Mann, der immer wieder neue Wege findet meinen Nachnamen auszusprechen starrt mich an. Sein Zeigefinger trifft mich wie ein Bannstrahl. Sein Mund öffnet sich. Tülli stockt der Atem. In diesem Moment verlassen die magischen Worte "Pascal. Good job!" sein Sprechorgan. I agree, excellence.
Als ich dann gemütlich nach Hause zotteln will, hält ein Wagen und Natasha (Fragerin 1) fährt mich einfach mal so nach Hause, obwohl sie wohl gar nicht hier durch muss. People are so nice here.

ps: Chad hat im Duke-Shop irgendwelche Teufelshelme aus Schaumstoff oder so was entdeckt und ist völlig überzeugt davon, dass wir das, kombiniert mit blauer Gesichtsbemalung, am nächsten Spiel durchziehen sollten. Are u kidding me? Get a life!!!

pps: Ein First Year MBA'ler plant offensichtlich einen Austausch in St. Gallen und will sich nun mit mir unterhalten. Mache ich natürlich gerne, schliesslich würde so wohl für zukünftige HSG'ler hier wieder ein Spot frei, aber ich weiss nicht ob er immer noch gehen will nachdem was ich ihm so zu berichten haben werde.