Dasch der Ort für dä Saich won em Tülli halt grad eso in Sinn kunnt

11 April 2006

Hätt y doch nüt gsait...

Bevor's ein paar Bilder von der Potluck-Party vom letzten Donnerstag gibt ein kurzes Update: Auf dem Central Campus haben mittlerweile alle Basketball-Körbe ein Netz, Samstag in einer Woche geht man evtl. mit allen Exchange Leuten Baseball gucken (Durham Bulls), ganz Fuqua atmet wohl auf, dass ich Freitags bei Fuqua Idol (quasi: "Fuqua sucht den Superstar") verhindert bin und deshalb nicht "Build me up buttercup" zum Besten geben kann (nachdem wir ja schon in Ayia Napa nie an die Reihe kamen) und weil sich das Semester dem Ende zuneigt scheinen die fuquainternen Parties langsam zuzunehmen. Clevererweise fliege ich ja gerade am Tag der grossen Abschiedssause heim. Juhui. Zudem habe ich mich für die Leadership Conference vom nächsten Mittwoch angemeldet - hauptsächlich um Basketball-Coach K zu sehen und irgendein Goodie abzustauben, aber der eine Workshop "Leading in a non-traditional environment" mit einer Kongressabgeordneten, dem Gewinner der 4. Staffel von Apprentice ("Traumjob") und einer Irak-geschulten Helikopterpilotin scheint mir noch interessant. V.a. stand dort nix von "interactive" oder "you will be asked to..." - sollen gefälligst selbst was erzählen oder andere Leute Fragen stellen...

Ausserdem hat der DNA-Test des Verwaltigungsopfers KEINE Übereinstimmung mit irgendeinem der Lacrosse-Spieler ergeben. Nun ja, das ist zwar noch nicht grundsätzlich ein Unschuldsbeweis, aber dennoch erschreckend, wenn auch nicht überraschend, dass derartige News auf den Newsseiten irgendwo unter "ferner liefen" erscheinen, während die Anschuldigung des mutmasslichen Opfers (notabene eine Zeugenaussage gg. ca. 46) natürlich immer prominent platziert wurde. Naja, dass das Team zurückgezogen wurde - granted. Aber der Imageschaden für die Uni scheint schon nicht unberheblich, da könnte man schon etwas mehr Wiedergutmachungs-Berichterstattung erwarten und ich zweifle dass noch mehr "Wahrheit" (in either way) da viel an dieser Diskrepanz ändern wird. Einzig Fox scheint sich über die Entwicklung zu freuen (lief gerade im Fernsehen als ich durchs Bryan Center schlenderte), aber aufgrund der wohl zugrunde liegenden Motive scheint mir das auch nicht unbedingt eine positive Sache.

Als die Duke-Tennis-Frauen Sonntags in einem packenden Duell die dann noch vor ihnen klassierten Damen von Georgia Tech (inkl. der Damen-No.1 welche wirklich gut spielte) mit 5:2 bezwangen, sonnte ich mich schön auf der Tribüne (Chad: Haha, Lobster "Tooli"). Entgegen den Ereignissen auf dem Platz konnto hierbei die Elternteile aus Georgie punkto Nervfaktor einen haushohen Sieg verbuchen. Auf "meinem" Platz, auf dem Freshman Melissa Mang (nationale No. 109) ihre Gegnerin (ca. No. 60) nach 0:5 im ersten Satz noch 7:5 bezwang und schlussendlich in 3 Sätzen als Siegerin vom Platz ging, hatte ich es mit einer besonders doofen Südstaaten-Mom zu tun. ES IST SCHLICHTWEG VOLLBIIREWAICH NACH JEDEM PUNKT ZU SCHREIEN "WAY TO PLAY ALLY! THAT'S THE WAY TO PLAY ALLY!" WENN DAHINTER NULL TAKTIK ZU ERKENNEN IST BZW. ES EIGENTLICH EIN SCHLECHT GESPIELTER PUNKT WAR!!! Und werte No. 1, ich verstehe ja dein Verlangen dich in meiner Nähe niederzulassen, aber glaubst du nicht deiner Kollegin geht es auch auf die Nerven wenn du ständig "Uuuuuu! You're sooooo tough!" schreist?!

Gegen Ende wurde die Stimmung trotz eher bescheidenem Aufmarsch gar richtig gut, als sich alles auf "meinem" Platz versammelte und die zwei verbliebenen Heroinnen gar beide statt des einen noch benötigten Sieges ins Trockene brachten. Zwischenrufe seitens Duke wie "You're so good at - Tennis!" und "Hmmm. Smells like a victory!" waren da schon amüsanter als die verbitterten Parents aus Georgia. Ähnlichkeiten mit existierenden Personen zu Hause sind dabei natürlich rein zufällig, auch wenn ein Vater aussah wie Herr B. aus Liebrüti. Dabei gefiel mir ein Duke-Anhänger gar (aufgrund des Akzents, des Siegelringes (okay, dä isch billig...) und des Sitzplatzes wohl der Papi unserer Serbin die auf dem 1 spielt und verlor - nennen wir ihn "der Weise") welcher besagter Mang immer wieder sagte: "Be patient". Das ist zwar nicht besonders ausgeklügelt, war aber absolut richtig so.

Mein Flatmate fühlt sich momentan übrigens nicht so wohl, was dann in Messenger-Konversationen im folgenden Stil gipfelt: "Mate, where are you having dinner?" - "Dunno, was thinking about McDo" - "I am not feeling too well. Can you bring me a Chicken Taco Salad from Dillo's and Orange Juice from Uncle Harry's?" Was ich dann natürlich (plus Tylenol) gemacht habe - eidg. dipl. Krankenpfleger?

Und eine längere Geschichte: man nimmt ja "Strategic Alliances" bei Prof. Arie Lewin, welcher nicht nur massgebend am Aufbau von Fuqua beteiligt war, sondern auch sonst eher einer der bekannteren Professoren ist. Zum Semesterende kann man freiwillig eine individuelle Präsentation von ca. 30 Slides zusammen stellen um so seine Note aufzupolieren. Bis Mittwoch muss man dazu einen Vorschlag machen und die Idee ist, dass man quasi als Vertreter eines Unternehmens fungiert und seinen Kollegen/Mitarbeitern/Vorgesetzten/"you-name-it" eine bestimmte Allianz schmackhaft machen muss. Man schreibt also heute eine Mail im Stil: "Ich mach's über Novartis, warum die was mit Roche machen sollen. Weiss zwar noch nicht genau was, aber etwas im Stil Lobbying, Standort Schweiz, Ausbildung, R&D etc. DISCLOSURE: Beides waren Fallstudien meiner Masterarbeit über Allianzportfolios, aber da war nie die Rede davon, wie die zwei denn zusammen so wären. Einfach um das offen zu legen, aber ich werde kaum Möglichkeiten haben mich da quasi selber zu reproduzieren". Item, Arie schreibt also prompt zurück, das sei ja eine saumässig interessante Idee. Wo ich das denn geschrieben hätte und ob er da mal einen Blick reinwerfen dürfe. Ich erwidere dann in St. Gallen, bei Profs so-und-so und ich hätte ihn da gar mal eine Präsentation bei Ruigrok halten sehen. Mit der Arbeit sei das halt so'ne Sache, ich hätte unterschrieben (nachdem ich die Bestimmungen gecheckt habe), das nicht an "unbeteiligte" Dritte weiterzugeben und bräuchte nun die schriftliche Bestätigung des Rektors. Antwort: "Thanks for reminding me of my St.Gallen-Connection. Ich würde das Ding schon gerne sehen, aber nur wenn's nicht zu viele Umstände macht". Okay, man leitet das Ding also an den betreuenden Prof. Lechner weiter und fragt, wie er das sieht bzw. ob das da für "akademische Ikonen" eine Aussnahme gibt. Das Arbeitstier antwortet prompt innert Minuten obwohl es in der Schweiz schon nach 8 ist.

Nun ja, mittlerweile habe ich das Anliegen an den werten Herrn Rektor weitergeleitet (hat ja sonst sicher nix Gescheiteres zu tun) - Fortsetzung folgt. Und das Fazit der Geschichte: (übertriebene) Ehrlichkeit lohnt sich nicht? Vielleicht - aber immerhin riskiere ich so nix und werde schlussendlich dennoch berühmt, wenn dieses absolute Meisterwerk der Forschungskunst, quasi das designierte Standardwerk der modernen Betriebswirtschaftslehre, den Weg in die Öffentlichkeit findet. Ich sehe schon wie Arie mit einer ganzen Armada (Duke-Rektor Broadhead, Coach K, Fuqua-Dean Breeden) in St. Gallen einmarschiert, um sich in einer verbitterten Verhandlungsschlacht die Rechte an dieser wissenschaftlichen Offenbarung zu sichern, bzw. auch nur einen brillant gedrechselten (thx Phil...) Satz daraus in einer Kaffeepause begeistert seinen Kollegen vortragen zu dürfen.


Und jetzt halt ebbe no die Bilddokumänt: Mjamjam, guddiguddi-feinifeini...











Danach am Swimming Pool @ Station 9: