Kein Titel, dafür aufm Amt
Als man sich Dienstags bei McDo einreihte, traf man wieder einmal Seth, welcher meinte, man habe sich eigentlich schon lange nicht mehr gesehen. Nach einer Predigt, dass man gefälligst nicht bei McDo isst (der Junge ist wohl deshalb so dünn...), unterhielt man sich dann noch über das Finale am Abend und das potentielle "Freudenfeuer". Er meinte dann, das sei ja schon etwas komisch mit den ganzen Vorschriften, was genau man dann da reinschütten solle und wie hoch man die Bänke stapeln dürfe, eigentlich sollte das ganze ja spontan sein. Ich kann und konnte da nur sagen: hey, SO ist amerikanischer "Sport" nunmal, und mit der ganzen Lacrosse Geschichte auf der Frontseite der NY Times etc. will man wohl nicht auch noch den ganzen Campus anzünden.
Als ich vor dem Eingang auf Chad wartete kam zuerst eine Dame zu mir welche meinte: "Wenn du auf jemanden wartest - keinen Stress! Ist keine Sau drin. Wenn's Männer wären wäre natürlich alles voll. Ziemlich enttäuschend." Ich liess mich dann nicht auf eine Diskussion über Feminismus ein sondern stimmte ihr einfach zu, aber sie hatte eigentlich auch nicht recht: war für eine Grossleinwandübertragung eigentlich noch eine gute Athmosphäre. Als nächste(s) ein geschocktes weibliches Wesen: "Weisst du was passiert ist?" - "Häh?" - "Da stehen ja alles so Übertragungswägen und Krankenautos rum!" - "National Championship Game? No nüt bassiert, aber me waiss jo nie...". Soviel zur Bedeutung von Frauenbasketball...
Später gab man schliesslich mit einigen schlechten Possessions und fragwürdigen Schiri-Entscheiden (dabei spielen wir doch gar nicht in rotblau) einen schon sicher geglaubten Sieg in der Verlängerung noch aus der Hand, wobei Maryland sich erst wenige Sekunden vor Schluss mit einem eigentlich unmöglichen Treffer dorthin rettete. Naja, hat mich dann eigentlich nicht gross gestresst. War dann sogar sehr amüsant, dort vorbei zu laufen, wo das Bonfire hätte stattfinden sollen. Neben dutzenden von Leuten in Uniformen und in gelben Jäckchen, welche vor allem gewährleisten sollten, dass nur Studis und akkreditierte Journis auf diesen Platz kommen würden, war in der Mitte bereits mit Kreide eingezeichnet, WO denn bitte dieses "spontane" Ding stattzufinden hatte/hätte. Mehrere Kameraleute hatten ihr Equipment in sicherer, genau normierter Umgebung bereits aufgestellt und machten sich nun ans Einpacken. Für DIE was das sicher ein gelungener Abend...
Heute bin ich dann mit dem Van des International House zur Social Security Agency gefahren worden. Neben einer Russin und einer Chinesen war zum Glück auch noch James dabei - ihn sieht man zwar nie, v.a. nicht an den "geselligen Anlässen", aber er ist auch ein Austauschstudi @Fuqua. Man durfte dann Nümmerchen ziehen, wobei die Gruppe der Wartenden natürlich nicht gerade "upperclass" war - da schien so ziemlich jedes Gebrechen vorhanden, aber die Ethnien nicht wirklich im Durchschnitt der Gesamtbevölkerung verteilt. Bei 2 offenen Schaltern, Nummer 52 in der Hand und 28 an der Reihe konnte man getrost draussen an der Sonne sitzen und etwas plaudern. Gut 1 Stunde später war man dann an der Reihe und obwohl die Dame nach "System Adler" tippend ziemlich Mühe mit meinem Nachnamen und v.a. der anderen Datumsschreibweise in meinem Pass hatte sollte ich in spätestens 2 Wochen nun eine Social Security Number haben. Die brauche ich zwar (noch) nicht, aber wenn die Leute schon sagen man solle die Gesetzeslücke nutzen solange sie noch besteht... Eine Korrektur galt es noch anzubringen, nachdem sie mir den Ausdruck zeigte, wobei sich die Änderung eines Buchstabens als ziemlich zeitaufwändig herausstellte. Jedoch kann es ja nicht sein, dass dort etwas von "Theodur" steht, wir sind hier ja schliesslich nicht beim Ring der Nibelungen oder dergleichen.
Die langsame Dame am Schalter meinte dann nach "So, your from Basel?" (sogar richtig ausgesprochen...) Sie habe früher für Sandoz gearbeitet. Nachdem sie schon vom Merger wusste, verzichtete ich Interesse der anderen Wartenden dann darauf, sie übers alliance portfolio management von Novartis aufzuklären sondern nickte noch auf ihr "great company!" und machte mich auf zum Van.


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