Passyyvschbort feat. Carnival
Freitag: Fuqua unterstützt seit Jahren die North Carolina Special Olympics für geistig Behinderte mit verschiedenen Events zusammen mit den "Athletes", Fund Raiser Events und den MBA Games im April (andere Business Schools kommen nach Durham und üben sich in "Sportarten" wie dem Anzugschwimmen etc.). Am meisten Geld kommt jeweils bei der Auktion 'rein, welche eben Freitags stattfand. Zuerst die Silent Auction, bei der man einfach auf den Bidding Sheets überbieten kann. Dann die öffentliche Auktion. Hier zeigt sich die preistreibende Wirkung von gratis Bier (wie jeden Freitag) und peer pressure. Bei den hohen Bietern gilt es dabei 2 Typen zu unterscheiden: Typus 1 ("einsamer Wolf") sitzt cool alleine irgendwo mit dem Auktionsprospekt und geniesst die Wirkung des gehimnisvollen reichen Mannes. Typus 2 ("Embedded Stenzer") ist mit seinen Buddies da und will einen auf dicke Hose machen - da stört es auch nicht, dass er sich jeweils mit Mausi abspricht, ob das Strandhaus für eine Woche nund wirklich die 4 Tonnen wert ist. Es kamen glaub' so 35,000 Dollar allein hier zusammen, u.a. für ein romantisches Dinner im Duke Chapel, italienisch Essen mit 3 First Year Studentinnen (wobei der Preis in die Höhe schnellte als eine aufstand und schrie: "I'm single guys!!!" - die ungebundenen Jungs hier scheinen ziemlich verzweifelt zu sein...) oder ein von JJ Redick unterschriebenes Shirt (glaub so um 1,500 Bucks).
Samstags hat man dann das Sport gucken Wochenende eingeläutet und sich zuerst ein Inning beim Baseball angeschaut (Duke ist da richtig schlecht, aber dieses Wochenende haben sie noch ein paar Bachelis gefunden, die das noch weniger drauf haben) und dann eine ziemlich amüsante Halbzeit Lacrosse (remember American Pie?) - der Vizemeister Duke ist ranked No. 2 im Land und fegt die Gegner bis jetzt regelmässig weg. Ich weiss zwar immer noch nicht, wie genau man die anderen da mit dem Stick prügeln darf, aber lustig ist's allemal - nur schon die verschiedenen Positionen wie "Long Stick Midfielder".
Abends war "Mardi Gras Party", organisiert von irgendeinem Fuqua Club (International Business Club oder sowas). Man war schon relativ früh (nach 10...) da, als noch nicht so viel lief. Dann trifft man einen Ukrainer, der vorher in Deutschland gearbeitet hat (insert Visum-Spruch - ich hab's ja auch gemacht...) und findet, man könnte doch rasch schauen, wie das andernorts stattfindende "German Faschingsfest" denn so sei. Warum nicht. Also zusammen mit dem Ukrainer, Mattias und einem Rumänen ins Auto, hoffen, dass das keine getarnten Meuchelmörder sind und dort hin. Was man vorfindet? Naja, wie man es sich halt klischiert so vorstellt, wenn Amis einen auf Karneval machen wollen und wohl mit keinem gesprochen haben der auch nur im Entferntesten weiss was das überhaupt ist. Beim Eingang erhält man eine Art Tröte, drinnen gibt's es zwar kein Bier und es spielt eine alternative Band, welche etwa so viel mit Karneval zu tun hat wie eine Kuckusuhr mit Rio, dafür hat es lauter bunte Girlanden und die Band macht sich mit dem Spruch/Wortspiel beliebt, das sei kein Fascistfest, sondern ein Fachingsfest. Aha. Haha. Schnell raus hier - natürlich nicht, ohne dem Ukrainer, welcher findet als er noch jung war, habe er auch die eine oder ander derartige Studentenparty erlebt, noch einen Tiefschlag zu versetzen: "Echt?! Das überrascht mich jetzt, ich hab' immer gemeint die 60er wären eine etwas wildere Zeit gewesen als das hier..."
Beim Mardi Gras ist mittlerweile auch ziemlich viel los und man kann sich mit dem einen oder anderen Bekannten unterhalten. Immer wieder beeindruckend wenn flüchtige Bekannte einen beim Namen nennen und man selber sich dann halt immer in ein "Hey ööö...MAN, howya dooooin'..." flüchtet (in der Hoffnung, die Unterschlagung falle ob derart viel Coooooolness nicht auf...). Ich hab' dann jedenfalls auch eine der ominösen "Halsketten" gekriegt - aber trotz solcher Dinger im Übermass sah man niemanden einen "flash" machen, thx...
Heute Sonntag dann mit Chad die Frauentennispartie No. 8 Duke vs. No. 6 Northwestern in der Halle angeschaut. Ziemlich solide Anlage, verglichen mit der Ballonhalle zu Münchenstein... Eigentlich hatten wir unser Ziel ja erreicht, als wir einen weiteren free Coffee Mug abgestaubt hatten (you can have that one, Bro - and the posters as well...), aber wir sind dann doch die 3.5 Stunden (wohl mehr als meine gesammelte Swiss Indoors Erfahrung, aber wenn man ein Team unterstützt ist das natürlich GAAAANZ was anderes...) bis zum Ende auf der ungemütlichen Bank geblieben. Das System ist nicht gross anders als im Interclub, die Unterschiede beschränken sich eigentlich aufs Doppel: die 3 Partien werden vor den Einzeln gespielt, es gibt nur einen Satz, dieser geht dafür aber auf 8 und wer mehr Doppel gewinnt kriegt einfach einen Punkt. Ich find's jedenfalls gut bzw. zuschauerfreundlich, dass man das Doppel etwas abwertet und niemanden mit ewig langen 3 Sätzern langweilt - zumal Fraunendoppel nicht so glatt ist weil die ständig hinten bleiben. Danach kommt's dann zu den 6 Einzeln. Duke gewann schlussendlich 5-2 und das Niveau war erstaunlich hoch, IMHO sicher vorderes Schweizer N-Level. BTW: Duke's "Beste" (naja, mir gefiel das Spiel anderer rein von der Finesse besser, diese war eher der Typ "Davenport") ist momentan No. 2 im Land und kommt aus Serbien-Montenegro. Danach tat man sich noch das Nachholen einer Bernie-Stunde an - und es gab tatsächlich (grausliges indisches) Bier und Pizza, aber der Mann kann auch Sonntags halb 9 Uhr abends nicht vom Überziehen lassen (okay, kann auch nicht viel dafür wenn die Studis so viel schnorren...).
Ausblick: Dienstags wird "Fuquavision" aufgeführt - eine Art Sketchshow über Professoren, Studenten etc. auf Zelluloid, welche jeden Term stattfindet und scheinbar ziemlich lustig sein soll. Der Trailer mit den UNC Hillybillies war jedenfalls recht amüsant... Und dann geht's ja schon bald wieder zurück, was heisst, dass weitere Kommunikation mitunter eher mittels Massenmail stattfindet und blogtechnisch bis nach Miami Ruhe einkehrt. We'll see.












